Reise-Bericht Indien - Informationen und Bilder über die Festungen von Amber/Jaipur: Jaigarh (Siegesfestung) und Nahargarh (Tigerfestung) |
Festung Jaigarh (Siegesfestung):
Die Festung Jaigarh gehört zu einem ganzen Ring von Festungen, Mauern, Hügel-Bastionen und Außenforts rund um die alte Hauptstadt Amber und Jaipur.
Bereits unter dem Maharaja Man Singh I (1590-1614) gab es auf dem Bergplateau "Chilh ka Tola" (Adlerberg) eine Burganlage, in der all die Kriegsbeute gelagert wurde,
die die kriegerischen Rajputen in ihren unzähligen Kriegen und Nachbarschaftsfehden erbeuteten. Von dieser Kriegsbeute finanzierten die Herrscher ihre stark befestigte Hauptstadt Amber und ihren
Herrscherpalast Amber Fort. Mit der Kriegsbeute finanzierte Maharaja Jai Singh II den Aufbau seiner neuen Hauptstadt Jaipur (1727).
Entsprechend dem hinduistischen Sprichwort, daß eine "Burg die Stärke eines Königs repräsentiert", gab Jai Singh II im Jahr 1726 den Ausbau der alten Burg zu seiner
Siegesfestung Jaigarh in Auftrag.
Die Mauern der neuen Festung erstrecken sich auf dem Bergkamm über 3 Kilometer entlang. Viele weitere Kilometer Mauern und Türme entlang der Berge rund um Amber vervollständigen den kompletten
Schutz von Amber. Die Inder sind sehr stolz auf ihre "kleine chinesische Mauer", die sich rund um Amber über Berg und Tal erstreckt.
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Jaigarh oberhalb von Amber |
Felsrücken mit Jaigarh |
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Festung Jaigarh |
der höchste Punkt - Diya-Burj |
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Den höchsten Punkt der Festungsanlage bildet der Turm Diya Burj. Tiefgestaffelte Mauersysteme und Fortifikationen dienten nicht nur der reinen Verteidigung, sondern wohl auch der
Abschreckung möglicher Gegner. Auf dem Festungsgelände gibt es 2 uralte Tempel:
- Shri Ram Hari Har Tempel: den Gottheiten Vishnu und Shiva geweiht und bis 1225 zurückreichend
- Shri Kal Bhairava Tempel: der Gottheit Kankal Dev als Schutzpatron der Burg geweiht und bis ca. 1030 rückdatierbar
In Jaigarh gibt es 3 riesige Wasserzisternen, um das kostbare Regenwasser während der Monsunzeit aufzufangen, eine große Palastanlage, die von den jeweiligen Herrschern immer wieder
ausgebaut wurden sowie eine Wohnanlage Laxmi Vilas. Die größte Attraktion auf Jaigarh ist jedoch eine Riesenkanone, JAI BAN (auch Jaivana) genannt.
In der Festung gab es eine eigene Kanonengießerei mit allen dazu gehörigen Nebengewerken. Die kriegerischen Rajputen lernten sehr schnell und frühzeitig den Gebrauch von Schießpulver und Feuerwaffen
von den afghanisch-persischen Mogulen, die diese Kriegswaffen erstmals nach Indien brachten und bei ihren Eroberungskriegen einsetzten.
Die Riesenkanone Jai Ban wiegt ca. 50 Tonnen und ist mit vielen Verzierungen geschmückt. Sie verschoss Kugeln von bis zu 50 Kg mit einer Reichweite bis zu 30-35 Kilometern.
Viele Gerüchte ranken sich um diese Kanonen: sie sei nur ein einziges Mal abgefeuert worden, oder aber doch mehrfach ; sie habe bei einem Test-Schuss in einer Entfernung von 35 Km durch den
Kugeleinschlag einen kleinen See geschaffen; sie sei die absolut größte Kanone der Welt !?
( Zum Vergleich: die berühmte Zarenkanone im Kreml von Moskau wiegt nur 34,5 Tonnen und soll NIE abgeschossen worden sein.)
Da das Fort Jaigarh niemals durch feindliche Truppen erobert wurde, kann der Besucher die gesamte Anlage in ihrem fast originalen Zustand besichtigen. So gewaltig die Festung auch scheinen mag,
sie ist keineswegs die mächtigste oder stärkste Festung in Rajasthan. Im Grenzgebiet weiter westlich zum Schutz gegen Persien und Afghanistan befinden sich die wirklich gewaltigen Forts von
BIKANER, JAISALMEER und JODHPUR.
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Riesenkanone Jai Ban |
Blick auf eine der Wasserzisternen |
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Eingang zur Vorburg des Forts |
Berg-Wachturm oberhalb Amber |
Nachfolgend weitere Bilder der Festung Jaigarh (zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken):
Nahargarh (Tigerfestung):
Unweit der Siegesfestung Jaigarh befindet sich auf einem Bergrücken oberhalb von Jaipur eine weitere Schutz-Festung.
Sawai Jai Singh ließ diese Festung ab 1734 zum Schutz seiner neuen Hauptstadt Jaipur bauen. Die Festung trug anfangs den Namen
"Sudershangarh" zu Ehren der lokalen Gottheit Lord Sudershan. Zur Namensänderung kam es durch eine Legende:
Auf dem Berg befand sich das Grab eines mystischen und legendären Rathore-Krieges "Nahar Singh". Der Geist dieses Kriegers
widersetzte sich dem Bau der Festung und ließ alle Bauten zusammenfallen. Der Maharaja Saiwai Jai Singh II konsultierte seinen geistlichen
Berater Ratnakar Paundrik, der ein Experte auf dem Gebiet des Tantra Vidya (Erlangung übersinnlicher Kräfte) war.
Paundrik besänftigte mit seinen übersinnlichen Kräften und Tantra-Praktiken den Geist des Kriegers und versprach ihm, dem neuen
Fort den Namen des Kriegers zu geben.
So erhielt die Festung den Namen Nahargarh. Auf dem Territorium der Burg gibt es einen kleinen Tempel
zu Ehren des Nahar Singh.
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Fort Nahargarh |
Festungs-Eingang |
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Madhavendra Palast |
Regenwasser-Zisterne |
Unter den Maharajas Sawai Ram Singh II (1835-1880) und Sawai Madho Singh II (1880-1922) wurde der repräsentative Palast MADHAVENDRA Bhavan gebaut und immer wieder erweitert.
Der Palast wurde für die neun Frauen des Herrschers mit allen Annehmlichkeiten der damaliger Zeit erbaut. Jede Ehefrau bewohnte im Palast ein separates, zweistöckiges Appartment
mit Empfangshalle, Schlafzimmer, Toilette, Lagerraum und Küche. Die einzelnen Appartments trugen die Namen: Suraj Pakash, Chand Prakash, Khusal Prakash,
Anand Prakash, Jawahar Prakash, Laxmi Prakash, ratna Prakash, Lalit Prakash und Basant Prakash.
Der Palast ist eine Kombination aus indischer und europäischer Architektur.
Weitere Bilder der Tigerfestung Nahargarh. Zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken!
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