Reise-Bericht Indien - Informationen und Bilder über den Keoladeo Ghana Nationalpark bei Bharatpur in Indien |
Die Ursprünge einer Wasser-Parkanlage legte vor ca. 250 Jahren der Herrscher von Bharatpur Maharaja Suraj Mal. (1726-1763)
In einer natürlichen Bodensenke ließ Suraj Mal in der Nähe seines neuen Wasserreservoirs Ajan Bund eine Wasserlandschaft entstehen, indem er Wasser aus den beiden Flüssen Gambhir und Banganga
in diese Bodensenke umleiten ließ. Diese neue Teichlandschaft zog bald viele Wasservögel aus Nah und Fern an. Die seichten Wasserlandschaften wurden vom Maharaja alsbald als Jagdrevier zur Jagd auf Enten und
andere Wasservögel genutzt. Viele indische und britische Jagdgesellschaften erlegten hier Abertausende von Vögeln.
1902 weihte der damalige britische Vizekönig Lord Curzon das Gebiet offiziell als Entenjagdgebiet ein.
Es wurden in den Folgejahren Abschusslisten geführt. Am 12.11.1938 verzeichnete man bei einer Jagdparty des britischen Vizekönigs Lord Linlithgow eine Jagdbeute von 4.273 verschiedenen Vögeln.
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Park-Landschaft im Keoladeo NP |
brütende Buntstörche |
1956 wurde Keoladeo Ghana in ein Vogelschutzgebiet umgewandelt. Jedoch war dem Maharaja von Bharatpur und seinen Gästen noch bis 1965 die Jagd im Schutzgebiet erlaubt.
Zwischen 1977 bis 1981 wurde ein Zaun rund um den gesamten Park errichtet. 1981 erhielt der Park den Status eines Nationalparks.
1985 wurde Keoladeo Ghana in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Seinen Namen erhielt der Park nach einem im Zentrum des Parks befindlichen Keoladeo-Tempel zu Ehren des Gottes Shiva.
Das Wort Ghana geht auf die frühere Bezeichnung für dichten Wald zurück.
Das Befahren des Parks mit Kraftfahrzeugen ist für Besucher verboten. Am Beginn des Parks gibt es ein kleines Hotel, bis zu dem gebuchte Gäste fahren dürfen.
Ansonsten sind im Park nur Fahrräder, Rikschas oder Elektrofahrzeuge erlaubt. Am Parkeingang/Kasse warten viele Fahrrad-Rikschas und ausgebildete Guides auf Besucher.
Alle Besucher werden gebeten, sich leise zu verhalten und die scheuen Tiere nicht zu stören. Füttern ist verboten, ebenso Rauchen und Müllentsorgung.
Nach der Regenzeit werden bei ausreichendem Wasserstand auch Bootsfahrten mit einheimischen Führern angeboten.
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das Hotel im Keoladeo Park |
ein scheuer Fuchs |
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Wasservögel finden hier ausreichend Nahrung |
ein Löffelreiher |
Der Keoladeo Nationalpark hat 3 Haupt-Saisonzeiten: den feuchten Monsun, den kalten Winter und den heissen Sommer. Aus diesen sich wandelnden Wetter-Jahreszeiten ergeben sich immer wieder neue
Vogelhabitate im Parkgebiet. In der Monsunzeit wird über Kanäle frisches Wasser aus Wasserspeichern in die Teichlandschaft geleitet. Das neue Wasser führt zu einer immensen Belebung der
Tier- und vor allem Vogelpopulationen. In dieser Zeit findet man im Park prächtige Ansammlungen von Reiherhorsten. Auf unzähligen Inselchen erblühen Akazienbäume.
Die Zahl an Reihern, Kormoranen, Kranichen und Störchen nimmt immer mehr zu und mit ihnen erscheinen auch Raubvögel in der Hoffnung auf Beute.
Ab September überwintern hier Tausende von Zugvögeln. Im Spätsommer und Frühwinter ist der Park erfüllt vom Geschrei der Jungtiere.
Mehr als 20 Entenarten wurden in Keoladeo gesichtet.
In den trockenen Monaten Mai-Juni gehen die Wasserstände zurück. Es bleiben viele fischreiche Tümpel und Teiche, in denen jetzt andere Vogelarten auf Beutejagd gehen.
In diese Tümpel ziehen sich auch die vielen Schildkröten des Parks zurück.
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Sumpf-Schildkröte |
eine Nilgau-Antilope |
Der Nationalpark verzeichnet eine große Vielfalt an Pflanzen und Bäumen. Man findet hier 379 verschiedene Pflanzenarten, davon 96 Wasser- oder Sumpfpflanzen.
Es wurden mehr als 370 verschiedene Vogelarten registriert. Jedoch leben im Park nicht nur Vögel, es wurden auch 27 Säugetierarten gesichtet:
Rotwild, Antilopen, Wildschweine, Stachelschweine, Wildkatzen, Fischotter, Schakale und Hyänen, Ratten und Mäuse, Fledermäuse u.v.m..
In guten Regenzeiten findet man in den Gewässern des Parks bis zu 43 Fischarten und man schätzte den Fischbestand auf bis zu 65 Millionen Fische. Erst dieser
Fischreichtum bildet die Futtergrundlage für die vielen einheimischen und durchreisenden Zugvögel.
Es gibt 7 verschiedene Schildkrötenarten und viele sonstige Amphibien und Reptilien. Schlangen, wie Cobras, Pythons und Vipern sind nicht selten.
Nachfolgend einige Bild-Impressionen aus dem Vogelschutz-Nationalpark Keoladeo: (zum Vergrößern bitte auf das
jeweilige Bild klicken!) |
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