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Reisen nach Wolgograd (Stalingrad - Zarizyn)
Wolgograd erstreckt sich heute über ca. 70 Km entlang der Wolga und beherbergt über 1 Mio Einwohner. Die Stadt hat eine sehr unruhige und bewegte Geschichte. Seit dem 13. Jh. war das Gebiet um Wolgograd von den Mongolen der "Goldenen Horde" und Tataren besetzt und gehörte wechselnd zu den Khanaten Kazan oder Astrakhan. Gegen 1590 wurde hier eine russische Festung zum Schutz gegen Tataren und Donkosaken erbaut. Durch seine günstige Lage am westlichen Wolgaknie entwickelte sich der Ort zu einem Handels- und Wirtschaftszentrum an der unteren Wolga.
 
Bild 1: Wolga-Flusshafen von Wolgograd
Bild 2: große Freitreppe am Hafen
Immer wieder wurde das Gebiet um Zarizyn umkämpft. In den Kämpfen des russischen Bürgerkrieges nach 1917 fanden hier schwere Kämpfe zwischen Rot- und Weissgardisten statt. Die Revolutionsgeneräle Stalin und Woroschilow errangen hier große Siege gegen die Weissgardisten. 1925 wurde die Stadt zu Ehren Stalins in Stalingrad umbenannt und genoss eine besondere Förderung durch den Namens-Paten.
Bild 3: neue Strassen und Häuser aus der Zeit nach dem 2.Weltkrieg
Bild 4: viele Häuser entstanden im so genannten Stalin-Stil
Wolgograd-Stalingrad hat sich jedoch durch die hier tobende Schlacht zwischen deutschen und sowjetischen Truppen von Sommer 1942 bis Februar 1943 in das Gedächtnis der Menschheit geprägt. Hier wurde die 8. deutsche Armee unter General Paulus mit ca. 300 000 Soldaten eingekesselt und besiegt. Etwa 200 000 deutsche Soldaten fielen in diesen schweren Kämpfen, viele weitere starben in Gefangenschaft.
Aber auch viele Soldaten der Roten Armee ließen ihr Leben in und um Stalingrad. Diese Schlacht brachte die Wende des 2. Weltkrieges und leitete den R/uuml;ckzug der deutschen Wehrmacht bis nach Berlin ein. Die Stadt wurde durch die Kämpfe vollständig zerstört und musste nach dem Krieg völlig neu aufgebaut werden. Die ganze Stadt ist von der Architektur der 50er und 60er Jahre geprägt.
Bild 5: Aufgang zum Mamajew-Kurgan
Bild 6: Beginn der Allee zum Mamajew-Hügel
Mit dem Mamajew-Kurgan entstand auf einem der stark umkämpften Hügel eines der größten Kriegsdenkmäler der Welt. Die Gedenkstätte wurde 1962 eröffnet und umfasst ein Areal von über 200 Hektar. Sie ist den sowjetischen Soldaten sowie den tapferen Zivilisten, Partisanen und Müttern gewidmet. Der Hügel wird gekrönt von der Riesenfigur der "Mutter Heimat" (85 Meter hoch und ca. 8000 Tonnen schwer).
Bild 7: Mutter Heimat
Bild 8: Denkmal zu Ehren der sowjetischen Verteidiger von Stalingrad
Auf halbem Weg zur Hügelkuppe erreicht der Besucher das Denkmal der "trauernden Mutter" sowie die "Halle des Ruhms" mit der ewigen Flamme.
Bild 9: Denkmal der trauernden Mutter
Bild 10: Halle des Ruhms mit der ewigen Flamme
Bild 11: In Stein und Beton gefertigte Schlachtszenen
Bild 12: Blick vom Mamajew-Kurgan zur Wolga
Im Zentrum der Stadt entstand ein weiteres Denkmal zu Ehren der Schlacht um Stalingrad. Hier befindet sich das Rund-Panorama-Museum mit Schlacht-Dioramen neben der durch die Kämpfe zerstörten "Roten Mühle". Die Rote Mühle wurde von deutschen und sowjetischen Truppen hart umkämpft und zerstört. Zum Gedenken an die Kämpfe wurde das Haus als Ruine für die Nachwelt erhalten.
Etwa 30 Km von Wolgograd entfernt entstand bei Rossoschka der zentrale Sammelfriedhof für die an der Wolga gefallenen deutschen Soldaten.
Bild 13: Die Kriegsruine "Rote Mühle" im Zentrum der Stadt
Bild 14: das Panorama-Museum über die Schlacht
Bild 15: eines der Dioramen zur Stalingrad-Schlacht
Bild 16: gern wirbt man mit den heroischen Sowjetsoldaten
Egal, von wo man sich der Stadt Wolgograd nähert, die Figur der Mutter Heimat ist weithin sichtbar.
Im Rahmen der Aufarbeitung des Stalinkultes in der Sowjetunion und der Entstalinisierung wurde Stalingrad 1961 in Wolgograd umbenannt.
Bild 17: Blick auf Panorama-Museum und Rote Mühle
Bild 18: Mutter Heimat ist von weither sichtbar
Bei Abfahrt der Schiffe vom Flusshafen ertönen stets die Schiffssirenen und Kreuzfahrt- Touristen werfen Blumen in die Wolga, um der vielen Toten der Schlacht um Stalingrad zu gedenken.
Bild 19: Blumengruss an die Toten der Stalingrad-Schlacht
Bild 20: MS Baumann
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