Russland-Reisen und Russland-Visum mit Sputnik Travel Berlin
Ihr Reisebüro für Reisen nach Russland, GUS, Baltikum, Osteuropa, China, Iran, Asien u.a.
Bahnreisen Transsibirische Eisenbahn, Baikalsee, Kamtschatka, Moskau, St.Petersburg
Stresemannstr. 107 - 10963 Berlin (Nähe Potsdamer Platz)
Tel. 030/20454581 - Fax. 030/20455998 - email: Sputnik-Berlin@t-online.de
Öffnungszeiten: Mo-Do: 10.00-17.30 Uhr / Fr 09.00-14.00 Uhr
Terminabsprache empfohlen! / Mittagspause: ca. 13.00-13.30 Uhr
sputnik-reisen-berlin sputnik-reisen-berlin
Inhalt
 
Rundreisen 2018 :
Reisen Russland
Russland-Reisen
Reisen GUS
GUS-Mittelasien-Reisen
Reisen China
China-Mongolei-Reisen
Reisen Japan
Japan-Korea-Reisen
Reisen Vietnam
Vietnam-Reisen
Reisen Indien
Indien-Burma-Reisen
Reisen Baltikum
Polen-Baltikum-Reisen
Reisen Osteuropa
Osteuropa/Balkan-Reisen
Nahost-Reisen
Nahost-Iran-Reisen
 
Städtereisen 2018 :
Moskau-Reisen
Moskau-Reisen
St.Petersburg-Reisen
St.Petersburg-Reisen
Peking-Reisen
Peking-Reisen
Shanghai-Reisen
Shanghai-Reisen
Sonstige
weitere Städtereisen
 
Bahnreisen 2018 :
Bahnreisen Russland
Russland-Reisen
Bahnreisen China
China-Reisen
Bahnreisen Europa
Europa-Reisen
Bahnreisen weltweit
Asien/Afrika-Reisen
 
Sprachreisen
 
Silvester-Reisen 2017-2018
 
Fluss-/Schiffsreisen 2018
 
Wander- und Aktivreisen 2018
 
Gedenkreisen 2. WK 2017
 
Heli-Ski-Reisen 2018
 
Reiseversicherungen
 
Reiseliteratur
 
Reisen zu Sowjetzeiten
 
 
 
Datenschutz-Erklärung
 

Breslau und Wroclaw - deutsch-polnische Geschichte

stadtplan-breslau
Zur Karten-Vergrößerung auf das Bild klicken
slawisch-polnisch-deutsche Geschichte von Schlesien und der Stadt Wroclaw-Breslau-Wroclaw
Die früheste historisch verbürgte Information über Schlesien und seiner slawischen Ur-Bevölkerung stammt aus der Mitte des 9.Jh. Im 10./11. Jh. erschien bereits ein Ortsname mit Sprachverbindung zu Wroclaw - abgeleitet von Wratiyslaw oder Warcislaw. Um das Jahr 1000 u.Z. wurde das damalige Wroclaw gleichzeitig mit Poznan und Kolberg Sitz eines Bistums, während im großpolnischen Gniezko ein Erzbistum entstand. Seit dieser Zeit gehörten die Bischöfe von Wroclaw bis zum Jahr 1821 zur polnischen Kirchenprovinz.
Zu Beginn des 11. Jh. war Wroclaw eines der wichtigsten Zentren des polnischen Staates. Hier residierte der Statthalten des polnischen Monarchen (domes provinciae). Die Burg von Wroclaw war eine wichtige Bastion im Verteidigungssystem des polnischen Staates, damals bereits vor allem gegenüber den deutschen Nachbarn im Westen.
Rings um die Burg entstand eine frühe Siedlung, die auf der heutigen Dominsel zu suchen wäre.
altstadt-breslau-1945
zentrum von breslau heute
zerstörtes Zentrum von Breslau 1945 und Stadtbild mit Rathaus-Komplex heute
Ende des 12. Jh. dehnte sich die Stadt bereits zu beiden Seiten der Oder aus. Am südlichen Oderufer entstand ein neues Herzogs-Schloss. Beim Einfall der Mongolen 1241 wurde auch Wroclaw schwer zerstört und geplündert.
Bei der Wiedererrichtung der polnischen Monarchie der PIASTEN im 14. Jh. blieb Wroclaw zunächst noch außerhalb des neuen polnischen Staates. 1327 kam Wroclaw unter böhmische Lehns-Hoheit und danach unter direkte Herrschaft der böhmischen Könige.
Die Neu-Errichtung der Stadt brachte im 13. Jh. viele deutsche Kolonisten nach Schlesien. Um die Wende zum 15. Jh. zählte Wroclaw ca. 20 000 Einwohner. Die Stadt entwickelte sich zu einem großen und regen Umschlagplatz für den Fernhandel bis nach Flandern, Italien, Skandinavien und der Rus.
Bis zu Beginn des 17. Jh. wurde noch in fast allen Kirchen polnisch gepredigt. Die polnischen Könige (Kazimierz der Große und die Jagiellonen) träumten immer wieder von der Wieder-Vereinigung Schlesiens mit dem polnischen Staatsgebiet.
1471 gelangte Schlesien schließlich unter die Herrschaft der polnischen Jagiellonen, als deren Herrscher König Wladyslaw den ungarisch-böhmischen Königsthron bestieg. Durch einen ungünstigen Erbschaftsvertrag fiel Schlesien jedoch 1526 an die Habsburger Monarchie.
breslau-ring-1945
ring-breslau-heute
Westseite des Breslauer Rings 1945
der Breslauer Ring heute
Der Dreißigjährige Krieg verheerte Schlesien und seine Hauptstadt Wroclaw sehr schwer. Neben den Verwüstungen und Plünderungen des Krieges verschlimmerten auch Seuchen die Lage der Bevölkerung.
Ab Beginn des 18.Jh. begann für Schlesien eine neue Blütezeit. Aus dieser Zeit stammen viele barocke Paläste und Kirchen und bestimmten das neue Gesicht der Stadt Wroclaw. 1702 fand die Gründung der Jesuitischen Akademie statt. Die an der Stelle der zerstörten polnischen Piastenburg errichtete Aula Leopoldina der Universität erinnert an ihren Gründer Kaiser Leopold I., den das vom polnischen König Jan III. geführte Entsatz-Heer in der Schlacht um Wien vom Türkeneinfall befreite.
breslau-universitaetsplatz-1945
Breslau-Universitaet
Universitätsplatz Breslau 1945
Breslauer Universität heute
Schlesien wird deutsch:
1741 wurde Wroclaw im schlesischen Krieg von preußischen Truppen unter Friedrich II. besetzt.
Im Friedensvertrag von 1763 wurde Schlesien endgültig an Preussen abgetreten. Zumindest zu dieser damaligen Zeit führte Preussen eine ausgesprochene Raubwirtschaft ein. Die städtische Selbstverwaltung wurde abgeschafft. In der Akademie und im Rathaus wurden preussische Truppen einquartiert. Es begann eine systematische "Germanisierung" Schlesiens. Jedoch mußten Gesetze und Befehle weiterhin in polnischer Sprache für die polnische Bevölkerung verfasst werden.
breslau-dorotheenkirche-1945
Breslau-Dorotheenkirche
Dorotheenkirche in Breslau 1945
Dorotheenkirche heute
Schlesien unter Napoleon:
Die napoleonischen Kriege brachten für Schlesien eine kurze Unterbrechnung der preussischen Herrschaft.
1807 rückten französische Truppen in Wroclaw ein. Bald wurden hier auch polnische Truppen stationiert. Eine dauerhafte Erinnerung an diese Geschichts-Episode war die von Napoleon angeordnete Schleifung der Stadtbefestigungen. Dieser Abbruch dauerte über 10 Jahre, aber schon um 1808 wurden die bisher durch die Stadtmauern abgeschnittenen Vororte in das Stadtgebiet von Wroclaw eingemeindet, wodurch sich das Stadtgebiet von 350 Hektar auf ca. 2050 Hektar vergrößerte.
breslau-salzmarkt-1945
Breslau-salzplatz
Salzmarkt in Breslau 1945
Salzmarkt heute
Schlesien im 19. - 20. Jahrhundert:
Nach den napoleonischen Kriegen begann für Schlesien eine kapitalistische Blütezeit. Wroclaw-Breslau wurde an die Eisenbahn nach Berlin und Krakau angeschlossen. Es entstand Handels- und Gewerbefreiheit. Um 1850 hatte Wroclaw eine Einwohnerzahl von ca. 114 000, durch den rasanten Anstieg von Handel und Industrie zog es viele Menschen nach Schlesien, sodaß in Wroclaw gegen Ende des Jahres 1900 schon über 420 000 Menschen lebten.
Zu dieser Zeit war die Stadt zu einem der wichtigsten Industriezentrum des deutschen Reiches geworden. Es entstanden immer neue Vororte um die Stadt.
In der 2. Hälfte des 19.Jh. trat ein neuer politischer Faktor in Erscheinung. Wroclaw-Breslau wurde zu einem starken Zentrum der Arbeiterbewegung in Deutschland. Aus dieser Stadt stammte der Schöpfer der deutschen Sozialdemokratie, Ferdinand Lasalle. Die deutsche und polnische Kultur lebten viele Jahre miteinander und nebeneinander.
Doch das polnische Element der Stadt wurde zunehmend verdrängt. Ein breiter deutscher Nationalismus prägte in zunehmenden Maße die Stadt. Am Vorabend des 1. Weltkrieges brachte die Jahrhundertfeier des Sieges über Napoleon einen Gipfel der großdeutschen Stimmung. Zu Ehren dieser Feier wurde die Jahrhunderthalle errichtet.
Der Ausgang des 1. WK erwies sich für Schlesien jedoch negativ. Durch veränderte Staatsgrenzen und Zollschranken hatte Schlesien mit wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die jedoch zunächst verschleiert werden konnten. Es entstanden weiter neue Stadtteile und Vororte in und um Breslau (Stabelwitz, Deutsch-Lissa, Herrnprotsch u.a.), das Stadtgebiet wurde 1928 von 50 auf 175 Quadratkilometer vergrößert und die Einwohnerzahl erreichte 1933 stolze 625 000.
Dessen ungeachtet wanderten jedoch auch viele Einwohner Breslaus in andere Gebiete des Deutschen Reichs aus. 1939 wohnten weniger Einwohner in Breslau alt 1933. Die Arbeitslosigkeit lag 1938 in Breslau bei 3 % der Gesamtbevölkerung - dies war mehr als in jeder anderen Großstadt Deutschlands (mit Ausnahme von Hamburg!).
breslau-adalbert-kirche-1945
Breslau-adalbert-kirche-1945
St. Adalbert-Kirche in Breslau 1945
St.Adalbert-Kirche heute
Schlesien im 3. Reich:
Zwar schon vorher, besonders aber nach 1933 wurde Breslau ein "Bollwerk" des Deutschtums gegenüber Polen. Hier konzentrierten sich im Sommer 1939 die Stäbe der Heeresgruppe SÜD. Das "braune" Breslau spielte im 3. Reich ein besondere Rolle. In einer Vorstadt von Breslau wurde bereits 1933 ein Konzentrationslager errichtet, das zwar bald wieder aufgelöst wurde, aber als Vorbild für die vielen späteren KZ diente. Den Gauleiter von Schlesien bestimmte Hitler in seinerm politischen Testament zum Nachfolger des Reichsführers der SS und Chefs der Gestapo H. Himmler.
Kurz vor Beginn des Überfalls auf Polen wurden in Breslau alle polnischen Organisationen aufgelöst und polnische Predigten in den Kirchen verboten. Polnische Studenten wurden aus der Universität ausgeschlossen.
Der 2. Weltkrieg hatte Breslau fast bis zum Ende verschont vor anglo-amerikanischen oder russischen Bombardements. Die ersten Bomben fielen auf Breslau erst gegen 1944. Die Stadt galt zu dieser Zeit noch quasi als Luftschutzkeller des Deutschen Reiches im Osten. Mitte Januar 1945 zerbrach die deutsche Front an der Weichsel. Entgegen der hochtrabenden Versicherung von Gauleiter Hanke "Sie werden die schlesische Grenze nie überschreiten" tauchten schon 2 Wochen später sowjetische Panzer im Großraum von Breslau auf. Wiederum 2 Wochen später gab der Stadtkommandant von Breslau bekannt, daß die Stadt eingekreist sei.
domkirche-Breslau-1945
Breslau-Dom
zerstörter Dom zu Breslau 1945
Breslauer Dom heute
"Festung Breslau" 1944-1945:
Die Hoffnung, daß Breslau zur offenen Stadt erklärt würde, war schon früh zerronnen. Ein Befehl vom August 1944 von Ostfront-General Guderian wurde zu Beginn 1945 voll in Kraft gesetzt. Die Stadt hieß ab Anfang 1945 offiziell "Festung Breslau".
Dieser Befehl verstärkte in keiner Weise die Verteidigungskraft der Stadt, denn es gab keine neue Verstärkungen. Der Befehl lieferte die Stadt nur dem kommenden Verderben aus. Der Kommandant der "Festungen Breslau" befahl zu Beginn schon die Zerstörung einiger Teile der Innenstadt. Zugleich wurde in einem Befehl vom 15.02.45 angekündigt, daß weitere Zerstörungen, z.B. auch der Oderbrücken zu rechnen sei. Einige zaghafte Proteste wurden nicht beachtet.
Für die "Festung Breslau" war die Zivilbevölkerung nunmehr eien starke Belastung. Es wurde über die Evakuierung von Alten, Kranken, schwangeren Frauen, Kindern usw. nachgedacht, jedoch die Parteistellen der NSdAP und Gauleiter Hanke wiesen diese Pläne kategorisch als Defätismus und Wehrkraft-Zersetzung zurück. Erst als sich gegen 20.01.45 sowjetische Panzer der Oder näherten, wurde die sofortige Evakuierung angeordnet. Die überhastete, planlose und chaotische Evakuierung bei hartem Winterwetter und starkem Frost kostete tausende Todesopfer unter der Zivilbevölkerung. Mit Lautsprechern in den Straßen wurde immer wieder der Befehl wiederholt, daß Frauen und Kinder die Stadt sofort in Richung auf Opperau-Kanth zu verlassen hätten.
Die Aussichtslosigkeit des Widerstands stand eigentlich von Anfang an fest. Das Kriegsende stand unmittelbar bevor. Aber die NSdAP-Führung um Gauleiter Hanke befahl die Fortsetzung des Widerstands um jeden Preis. Für Breslau und seine Bevölkerung war der Preis die Auslöschung ihrer Existenz in der Stadt. Die fast bis Kriegsende unversehrte Stadt hätte mit wenigen Schäden gerettet werden können, was durch sturen Fanatismus zunichte gemacht wurde.
Sowohl der militärische Befehlhaber General Niehoff, als auch der NSdAP-Reichsverteidigungskommissar und SS-Obergruppenführer Hanke waren zum fanatischen Widerstand um jeden Preis entschlossen. Damals gab es ein Breslauer Sprichwort: "Hoff nie auf Niehoff, bevor nicht Hanke hängt."
Ganze Häuser und Stadtviertel wurden von der deutschen Wehrmacht im Rahmen von "verbrannter Erde" zerstört, um entweder freies Schußfeld zu bekommen oder aber, um der vorrückenden Sowjetarmee keine Deckung zu bieten. 2 Kirchen und viele andere Gebäude wurden gesprengt, um Platz für einen innerstädtischen Flugzeug-Landeplatz zu schaffen. Bei diesen Arbeiten wurden Tausende Breslauer zur Zwangsarbeit herangezogen und starben unter Kanonenbeschuß oder Bombardements. Das Rollfeld kam letztendlich kaum zum Einsatz, jedoch flüchtete Gauleiter Hanke rechtzeitig vor dem totalen Ende der Stadt über dieses Fenster nach Westen.
warenhausl-breslau-1945
Breslau- Warenhaus
Warenhaus Breslau 1945
das Warenhaus heute
General Niehoff als auch sein Vorgänger General von Ahlfsen schrieben nach dem Krieg ein gemeinsames Buch "So kämpfte Breslau", indem Sie den totalen Widerstand der Stadt begründeten und in heroischen Farben schilderten.
Mit deutscher Gründlichkeit gingen die Räum- und Störungskommandos der Wehrmacht ans Werk. Überall brannte es im Winter und Frühjahr 1945, teils durch die Angriffe der Sowjetarmee, aber mehr noch durch eigene deutsche Brandstiftungen. Überall gab es Zerstörungen und Zwangs-Evakuierungen. Auch NACH dem Fall von Berlin dauerte der wahnwitzige Widerstand der "Festung Breslau" an.
Die Truppen der Wehrmacht, SS und Volkssturm kämpften im Bewußtsein, daß die deutsche Zivilbevölkerung der Stadt das Ende des sinnlosen Widerstands herbeisehnte. Jedoch befahlen die verblendeten und fanatischen Kommandostellen von Partei und Armee zu immer neuem Widerstand und gingen mit Standgerichten, Hinrichtungen und Androhung von Sippenhaft gegen Fahnenflucht oder nachlassenden Widerstand vor.
Noch am 6.Mai 1945 - eine Woche nach dem Tod von A. Hitler und vier Tage nach dem faktischen Fall von Berlin erschien in der "Schlesischen Tageszeitung" die Nachricht: Widerstand gegen die Sowjets hält an. Gleichzeitig verhandelten deutsche Parlamentarier im Stab der sowjetischen 4. Armee über die Übergabe der Stadt Breslau.
Kampfhandlungen Schlesien 1945
Kämpfe um Breslau 1945
Ende des deutschen Breslau und Beginn des polnischen Wroclaw:
Unter dem Trümmerschutt der zerstörten und verbrannten Stadt lagen ca. 80.000 Leichen der deutschen Zivilbevölkerung. Man schätzt, daß ca. 90.000 Menschen im Verlauf der winterlichen Evakuierung ums Leben kamen. Dagegen zählte man "nur" ca. 6000 deutsche Soldaten. Bei der Eroberung von Breslau fielen mind. 7000 sowjetische Soldaten und über 750 Offiziere. Die Bilanz der Zerstörungen war erschreckend:
Zerstörungen im Stadtbild:
- südlicher und westlicher Stadtteil: zu 90 Prozent
- die Altstadt und Innenstad: zu 50 Prozent
- nördlicher Stadtteil: zu 30 Prozent
- östliche Stadtteile: zu 10 Prozent
Insgesamt wurden 21.600 von insgesamt ca. 30.000 Häusern zerstört und vernichtet. 400 Baudenkmäler existierten nicht mehr, 200 weitere hatten starke Schäden erlitten.
hotel-monopol-breslau-1945
Breslau- Hotel Monopol
Hotel Monopol Breslau 1945
Hotel Monopol heute
Von den insgesamt ca. 660 km Straßen in Breslau lagen 300 km unter Schutt und Asche. Das Stadtgebiet war mit ca. 16 Mio Kubikmetern Schutt bedeckt. Die kommunalen Einrichtungen waren sehr schwer zerstört:
- das Kraftwerk: zu 60 Prozent
- das Leitungsnetz: zu 70 Prozent
- die Wasserkraftwerke: zu 25 Prozent
- das städtische Beleuchtungsnetz: zu 100 Prozent
- Straßenbahnen und Gleise: zu 80 Prozent
- das Gaswerk: zu 60 Prozent
- die Kanalisation: an 7000 Punkten beschädigt
- total zerstört: 60 Prozent aller Betriebe
- zu 50 Prozent zerstört: 30 Prozent aller Betriebe
- zu 10 Prozent zerstört: 10 Prozent aller Betriebe
Besonders schwer waren die Verluste der kulturellen und wissenschaftlichen Institute, von denen 104 total zerstört wurden. Museen, Theater, Konzertsäle und Bibliotheken waren verbrannt oder gesprengt worden.
dominsel-breslau-wroclaw
Kultur-Hauptstadt Wroclaw 2016
Wiederaufbau von Wroclaw nach 1945:
Entsprechend den Vereinbarungen der Allierten Siegermächte des 2. Weltkrieges wurde das deutsche Schlesien an Polen abgetreten, so auch die Stadt Breslau. Am 09. Mai 1945 wurde in Breslau die polnische Flagge gehißt, die Ära als polnische Stadt Wroclaw begann. Es war ein schwerer Anfang:
Die einstmals 600.000 Einwohner zählende Großstadt war eine einzige große, mit Minen und Blindgängern bedeckte Trümmerwüste. Es brannte noch an vielen Stellen, es gab zunächste weder Strom, noch Wasser, Gas, Telefon usw. In der Stadt bewegten sich im Mai 1945 noch Marodeure und Heimatlose. Fast blind mußten Schritt für Schritt Informationen über die einstmals polnische und jetzt wieder polnische Stadt zusammengetragen werden. Da auch die anderen Städte in fast ganz Polen mehr oder weniger zerstört waren, war Hilfe von außen nur sehr spärlich möglich. Folgende Aufstelleung von Daten gibt einen Begriff von den Anstrengungen, die der Wiederaufbau der Stadt erforderte:
12.05.45: erster elektrischer Strom in der Stadt
15.05.45: teilweise Inbetriebnahme der Wasserleitung
10.06.45: erste Tageszeitung "Nasz Wroclaw" erscheint
16.06.45: erste Kino-Vorstellung
19.07.45: Inbetriebnahme der Eisenbahnverbindung nach Warschau
07.08.45: erste Straßenbahn fährt wieder
14.08.45: Inbetriebnahme der Fernsprechzentrale
22.08.45: Inbetriebnahme des Gaswerks
01.09.45: Schulbeginn an einigen Schulen
08.09.45: Premiere im Opernshaus mit der Oper Halka

Ende 1945 wurde die Zahl der polnischen Einwohner auf ca. 30.000 geschätzt, was jedoch noch nicht die Zahl der in Wroclaw verbliebenen deutschen Einwohner ausmachte. Schon ein Jahr später 1946 war das Verhältnis umgekehrt. Die Zahl der Polen wuchs auf 185.000 Einwohner, die deutsche Bevölkerung wurde nach dem Westen ausgesiedelt. 1947 war das Kapitel der deutschen Geschichte von Breslau endgültig beendet. Es verblieben einige wenige Deutsche, die mit polnischen Einwohnern die Ehe eingingen und somit in der Stadt bleiben durften.
Neue polnische Einwohner kamen aus Nah und Fern nach Wroclaw. Sie waren aus ihrer Heimat weiter im Osten vertrieben, ehemalige KZ-Häftlinge oder Zwangsarbeiter aus deutschen Betrieben, entlassene Soldaten usw. 1948 wohnten in Wroclaw bereits 250.000 Menschen.
25-jahre-sputnik-berlin
Länderinformationen
Auswärtiges Amt
russland-reisen
Russland-Info
ukraine-reisen
Ukraine-Info
belarus-reisen
Weissrussland-Info
baltikum-reisen
Baltikum-Info
usbekistan-reisen
Usbekistan-Info
kasachstan-reisen
Kasachstan-Info
vietnam-reisen
Vietnam-Info
china-reisen
China-Info
mongolei-reisen
Mongolei-Info
Indien-reisen
Indien-Info
Iran-Persien reisen
Iran-Info
 
Transsib
transsibirische eisenbahn
Transsib-Informationen
bahnreisen transsib
Transsib-Reisen 2018
 
Bahnreisen Zarengold
bahnreisen zarengold
Zarengold-Reisen 2018
bahnreisen Transsib
Zarengold Zug-Info
 
Baikalsee
bilder baikalsee
Baikalsee-Bilder
reisen zum baikalsee
Baikal-Reisen 2018
 
Reise-Informationen & Bilder
 
Buchtip
Bildband Baikal
 
Buchtip
Alfred Brehm: Sibirien-Reise zu den Kirgisen (Altai) 1876