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Beziehungen Russland - Iran während der letzten 300 Jahre seit ca. 1720

Als im Ursprung Spezial-Reisebüro für Reisen nach Russland und der Ausweitung des Reise-Angebotes für Reisen in den Iran soll hier eine kleine geschichtliche Darstellung der wechselseitigen Beziehungen zwischen Russland und Persien /Iran erfolgen. Für viele deutsche Touristen, die entweder Russland oder Iran bereisen möchten oder schon bereist haben, sind diese Beziehungen vielleicht nur am Rande bekannt oder sogar gänzlich unbekannt.
Zu Zeiten, als auf dem Gebiet des heutigen Iran schon riesige Staaten und Reiche existierten, also lange vor unserer Zeitrechnung, gab es noch keinerlei Beziehungen in die nördlichen Gebiete des späteren Russland. Im Norden gab es einfach noch keine Staaten oder Reiche, mit denen man Beziehungen aufnehmen konnte.
Kiewer Rus und Ibn Fadlan
Kaukasus zwischen Russland und Persien
IBN FADLAN:
Ein wichtiges Dokument stellt der Reisebericht des Arabers IBN FADLAN dar, der um 920 von Bagdad nach Norden in das Reich der Wolga-Bulgaren aufbrach. Er erreichte sein Ziel um 922 und schilderte Land und Leute dieser Region. Es stellt eine der wichtigsten Quellen über die frühe RUS, Chasaren, Wolgabulgaren und die anderen umliegenden Gebiete dar. Die Hauptstadt der Wolgabulgaren wird im Gebiet des russischen Tatarstan beim heutigen Ort BOLGAR vermutet.
Eine Abschrift des Reiseberichts von Ibn Fadlan wurde 1923 vom baschkirischen Historiker und Turkologen Zeki Velidi Toga (1890-1970) in der iranischen Stadt Mashad gefunden. Zeki war von Beginn der russischen Oktoberrevolution von 1917 an anti-sowjetisch eingestellt, wirkte zwischen 1920-1923 an der Seite der Basmatschen in Mittelasien gegen die Sowjet-Macht und emigrierte 1923 in den Iran.
Seit dem 8.Jh. waren bereits die sogenannten skandinavischen Waräger über die russischen Flüsse entlang bis zum Schwarzen Meer vorgedrungen und hatten im Gebiet der heutigen Ukraine ein altrussischen Staat, die KIEWER RUS, gegründet. Die Kiewer Rus bestand von ca. 980 bis 1240 und zerbrach unter dem Ansturm der Mongolen und Tataren. Es gibt jedoch auch Meinungen, daß die Rus von einer Völkerschaft aus der südlichen Wolgamündung, den "HROS" oder später "Roxolanen", abgeleitet sein könnte.
Wer den Film Der 13. Krieger mit Antonio Banderas gesehen hat, könnte gewisse Parallelen erkennen!
die Reisen des Ibn Battuta
Afanassi Nikitin in Twer
Für die Jahre 1106-1108 wird eine Wallfahrt des "russischen" Abtes Daniil nach Palästina und Jerusalum zum Grab Jesu berichtet.
IBN BATTUTA:
Um 1332 reiste wiederum ein arabisch-muslimischer Reisender in die Gebiete nördlich von Persien. Es handelte sich um den heute sehr berühmten IBN BATTUTA, der lange Jahre in der islamischen Welt kaum bekannt war. Der Marokkaner Ibn Battuta gelangte auf seiner Weltreise (1325-1349) nach Indien über das Schwarze Meer bis zur Krim und reiste von dort mit einer Karawane der dort herrschenden "Goldenen Horde" bis zur Wolga bei Astrachan. Von dort reiste er über das Kaspische Meer weiter nach Buchara und Samarkand. Von Mittelasien aus führte ihn seine Reise weiter über Afghanistan nach Indien.
Afanassi Nikitin aus Twer:
Für die Zeit von 1466 geht eine Reise und deren Reisebericht des russischen Kaufmannes Nikitin aus Twer nach Indien in die russische Geschichte ein. Nikitin reiste von seiner Heimatstand Twer an der Wolga den Fluß entlang nach Süden, gelangte nach vielen Strapazen über das Kaspische Meer und Dagestan bis Baku und von dort weiter bis Persien. Der Beschreibung nach verbrachte er 1 Jahr in Persien, bevor er über das arabische Meer weiter nach Indien reiste.
Nikitin von Twer war nach dem Venezianer Marco Polo (1292) und dem Araber Ibn Battuta (1333) der nächste Reisende aus dem Westen, der den Weg nach Indien gefunden oder zumindest beschrieben hat. Das Zeitalter der großen portugisisch-spanischen Entdeckungen unter Kolumbus, Magellan oder Vasco da Gama kam erst nach der Reise des Nikitin. Nikitin starb auf seiner Rückreise in die Heimat im Jahr 1472 in einem Kloster bei Smolensk an den Folgen der strapazenreichen Reise.
1957 wurde in einer sowjetisch-indischen Ko-Produktion die Nikitin-Erzählung "Fahrt über drei Meere" verfilmt.
Aufstieg der Moskowiter Rus unter Zar Iwan III und Nachfolgern:
1462 wurde Iwan III (1440-1505) Machthaber der Moskauer Rus und nannte sich als erster Regent "ZAR". Er befreite das Gebiet des Fürstentums Moskau endgültig von der Herrschaft der tatarischen "Goldenen Horde". Seine Herrschaftszeit fiel in die Eroberung des christlichen Byzanz durch die muslimischen Türken 1453 und die Einwanderung vieler orthodoxer Christen in sein Herrschaftsgebiet. Iwan III betrieb eine Eroberungspolitik nach Osten in das Chanat der Tataren (Kazan) und nach Westen (Nowgorod). Er legte den Grundstein für einen späteren Staat, der sich Russland nannte und ebenso wie das zu dieser Zeit aufstrebende England nach neuen Geldquellen und Schätzen suchte. 1552 gelang es Iwan IV (dem Schrecklichen) die Tataren-Hauptstadt Kazan und 1556 das Khanat von Astrachan einzunehmen, wodurch die Wolga endgültig russisch wurde.
Um 1561 gelang es einem englischem Kaufmann "Jenkinson", von England über das Nordkap nach "Russland" zu reisen (was zu der Zeit nicht mehr neu war) und dann über das Fürstentum Moskau die nunmehr "russische" Wolga entlang bis nach Persien vorzustoßen. Für 20 Jahre war dies ein wichtiger Handelsweg für englische Kaufleute nach Persien und Indien. Die viel kürzeren Seewege über die Ostsee oder das Mittelmeer waren durch andere Mächte blockiert und konnten erst sehr viel später erobert werden.
1687-89 wurden die russischen Eroberungen gegen die Krim-Tataren nach Süden vorangetrieben.
die Moskauer Rus gegen 1525
Osmanisches Reich um 1570
Zar Peter I (1689-1725) und 4 russisch-persische Kriege:
1722-23 kam es zum 1. Russisch-Persischen Krieg unter Peter I und im Bündnis mit den christlichen Georgiern und Armeniern gegen die muslimischen Perser und Osmanen. Es ging in diesem Krieg um die Eroberung von Gebieten im Kaukasus, welche zum Norden Persiens gehörten. Den Russen gelang die Eroberung der persischen Stadt RASHT sowie die Abtretung weiterer Gebiete in Nord-Persien.
Kurz vor Beginn des Russisch-Türkischen Krieges 1735-39 gab Russland die eroberte Gebiete zurück, um Persien als Partner gegen den gemeinsamen Feind Osmanisches Reich zu gewinnen.
1796 folgte der 2. Russisch-Persische Krieg unter der Herrschaft von Katharina der Großen. Erneut ging es um die Vorherrschaft im Kaukasus. Da die Zarin jedoch im gleichen Jahr noch während dieses Krieges starb und ihr Nachfolger kein Interesse an Eroberungen in Persien hatte, wurde der Krieg für beide Seiten ergebnislos abgebrochen.

Unter Zar Alexander I (1777-1825) kam es 1804-1813 zum 3. Russisch-Persischen Krieg um Gebiete im Kaukasus. Die persische Dynastie der Khadzharen hatte eine neue Machtblüte erreicht und beanspruchte Gebiete im Kaukasus, die auch Russland als sein Gebiet beanspruchte. Russland war zu dieser Zeit stark in die Abwehr der Napoleonischen Invasion eingespannt und konnte nur mit relativ geringen Truppen von max. 10.000 Mann gegen die Perser vorgehen. Der russischen Armee gelang es jedoch mit überlegener Strategie und Technik, seine Ansprüche im Kaukasus gegen die Perser durchzusetzen und sich das alleinige Recht auf das Kaspische Meer zu sichern.

Während der Herrschaft von Zar Nikolaus I (1796-1855) kam es von 1826-1828 zum 4. Russisch-Persischen Krieg.
Auch diesmal ging es um die Vorherrschaft im Kaukasus. Dieser Krieg hatte aber eine neue Dimension, da der Schah von Persien, Fath Ali, von den Briten gedrängt wurde, russische Gebiete zurückzuerobern und weitere russische Expansionen in Mittelasien zu behindern. Im Verlauf dieses Konfliktes um die Kaukasus-Gebiete drangen die Russen bis zur persischen Stadt Täbriz und bis zum Urmia-See vor. Aus Angst vor weiterem Vordringen der russischen Armee nach Süden willigte der persische Schah sehr schnell in einen Friedensvertrag mit Russland ein. Persien verlor seinen Einfluss auf die Gebiete im Kaukasus (Armenien, Georgien, Nord-Azerbaidjan) an Russland und mußte eine hohe Geld-Strafe bezahlen. Der russische Rivale Englang verlor seinen Einfluss in Persien.
Im Jahr 1829 wurde der Diplomat und Schriftsteller Gribojedov (1795-1829) als bevollmächtigter Minister an die russische Botschaft in Teheran entsandt, um dort die Reparationszahlungen Persiens an Russland zu überwachen. Bei anti-russischen Tumulten und Erstürmung der russischen Botschaft Ende Januar 1829 wurden er und 44 Botschafts-Angehörige getötet und die russische Botschaft vollständig zerstört.
Aus Angst vor einem neuen Einrücken russischer Truppen in Persien entsandte der Schah eine Delegation nach St.Petersburg, die dem Zar Nikolaus I einen der damals größten Diamanten der Welt, den Schah-Diamant, zum Geschenk überbrachte. In St.Petersburg wurde einer der vielen Kanäle nach Gribojedov benannt.
Russland-Iran gegen 1683
Russland-Iran um 1855
Im 19. Jahrhundert bis zum Beginn der russischen Oktober-Revolution von 1917 wurde Persien zunehmend zum Spielball zwischen den erstarkenden Großmächten Russland und England, während die frühere Großmacht Türkei immer schwächer wurde und an Einfluss verlor.
Vertrag von St.Petersburg 1907:
In dem Vertrag zwischen Russland und England wurden die Interessen der beiden Länder in Persien abgesteckt. Weiterhin war der Vertrag als Bündnis gegen türkisch-deutsche Macht-Interessen im Orient gerichtet, die durch den Bau der Bagdadbahn durch Deutschland realisiert werden sollten. Persien wurde in eine russische, eine englische und eine neutrale Zone aufgeteilt. Die persische Regierung wurde über den Vertrag erst nachträglich informiert, jedoch nicht um ihr Einverständnis befragt.
Türkei, Russland, Iran um 1900
Vertrag von St.Petersburg 1907
Russische Kosakenbrigade in Persien (1879-1925):
1879 war eine russische Kosakenbrigade in Persien gegründet worden, die dem Schutz russischer Interessen, der russischen Botschaft und als Leibwache für den persischen Schah dienen sollte. Die Kosakenbrigade wurde nur von russischen Offizieren befehligt und von der russischen Persien-Bank finanziert. Sie unterstand den Befehlen der russischen Botschaft in Teheran bzw. z.T. direkt dem Schah. Die russischen Kosaken wurden zu verschiedenen Einsätzen herangezogen und verblieben nach der Oktober-Revolution 1917 in Persien. Die Kosakenbrigade wurde nach 1917 z.B. für Kämpfe gegen sozialistische Bewegungen im Nord-Iran eingesetzt. Der spätere Präsident Reza Shah Pahlavi war bis 1925 letzter Kommandeur dieser Einheit und an ihrer Auflösung und Integrierung in eine neue iranische Armee federführend beteiligt.
Russische Persien-Bank (Banque d’Escompte et des Prets de Perse)
1891 wurde vom russischen Finanzministerium eine russische Bank im Iran mit Sitz in Teheran gegründet. Sie sollte die Finanzierung russischer Interessen im Iran sichern und ein Gegenstück zur konkurrierenden britischen Imperial Bank of Persia darstellen. Die russische Persien-Bank vergab von Anfang an zinsgünstige Kredite und Darlehen an einflußreiche iranische Personen und brachte somit einen Großteil der persischen Elite in finanzielle und dadurch politische Abhängigkeit von Russland.
Russland-Iran 1907
persische Kosakenbrigade 1920

Export der Revolution nach Persien:
1909 war in Rasht die 1. persische Übersetzung des Kommunistischen Manifestes erschienen.
Das neue Sowjet-Russland war die erste europäische Großmacht, die zur islamischen Welt eine neue Stellung einnahm. Am 24.11.1917 (also nur 6 Wochen nach dem Staatsstreich) erließ die neue Sowjetregierung ein erstes offizielles Manifest an alle "werktätigen Muselmanen", Grundlage für eine neue Sowjet-Orientpolitik. Dieser Aufruf galt zunächst nur den Muslimen innerhalb der russischen Grenzen, in Tatarstan, Mittelasien, Baschkirien, Krim. Im Weiteren richtete sich das Manifest aber auch an "Muselmannen des Ostens, Perser, Türken, Araber und Inder".
Ein Punkt richtet sich an die Perser:
- das der Vertrag über die Teilung Persiens zerrissen und vernichtet ist. Sobald die Kriegsoperationen (des 1. Weltkrieges) eingestellt sind, werden die russischen Truppen aus Persien abgezogen, und den Persern wird das freie Bestimmungsrecht über ihr Schicksal gewährleistet.
Ein weiterer Aufruf an Persien wurde am 10.12.1917 in der Zeitung Iswestija veröffentlicht und mit einem Brief an den persischen Gesandten in St.Petersburg bekräftigt. Darin wurde der Verzicht auf die Rechte aus dem russisch-englischen Abkommen vom 18.08.1907 bekräftigt, in dem die Aufteilung Persiens in eine russische und britische Einflußzone vereinbart wurde.

1918 wurde in Moskau ein "Mohammedanisches Zentralkomitee" gegründet. Auf Initiative des "Verbandes zur Befreiung des Ostens" wurde 1920 in Taschkent/Usbekistan eine Hochschule für revolutionäre Agenten im Orient gegründet. Im Herbst 1920 organisierte die Sowjetunion in Baku/Aserbaidshan einen "internationalen Kongress der orientalischen Völker". Von 2500 eingeladenen Personen kamen ca. 1800 zu der Konferenz. Die westlichen Mächte erkannten die Gefährlichkeit dieser sowjetischen Orientpolitik und blockierten mit aller Gewalt die Teilnehmer aus ihren Kolonien an der Anreise nach Baku. Im persischen Hafen Enseli wurde ein Dampfer mit persischen Delegierten von den Engländern bombardiert. Auf diesem Kongress wurden die riesigen Unterschiede zwischen den nationalen politischen Gruppierungen deutlich.

Im Ergebnis der kommunistischen Oktober-Revolution von 1917 kam es zu kurzzeitigen Versuchen, sozialistische Räte-Republiken in Persien zu etablieren. Die Bemühungen der Revolutionäre scheiterten jedoch im Iran und wurden blutig niedergeschlagen. Ihnen fehlte die Unterstützung der Massen. Für eine "soziale Revolution" bestanden in diesem Raum keine soziologischen Voraussetzungen, denn die meisten der orientalischen Länder waren rückständige Agrarländer ohne Arbeiterschaft und mit starren religiösen Bindungen, sodaß die sozial-revolutionären Kampfaufrufe und Parolen auf keinen fruchtbaren Boden fielen.
Außerdem unterstütze England die zaristischen Weißgardisten unter Denikin im Nord-Iran sowie die persische Armee als Partner im Kampf gegen die neue Bolschewiki in Russland. In den Kämpfen gegen die Revolutionäre war auch die jetzt unter persisch-britischer Führung stehende persische Kosakenbrigade integriert.
Eine "Demokratische Republik Aserbaidjan" in Täbriz/Nordiran bestand nur mit russischer Hilfe vom 23.06.-14.09.1920 und wurde nach Abzug der Bolschewiki aus Persien blutig niedergeschlagen.

1920 entstand in der Räterepublik Gilan die "Kommunistische Partei des Iran", die jedoch von Anfang an bekämpft und ab 1925 unter Reza Shah Pahlavi verboten wurde. Als Nachfolger der Kommunistischen Parei des Iran wurde 1941 die neue TUDEH-Partei gegründet.
iranische Räterepublik Gilan 1920
die 3 iranischen Aserbaidshan-Provinzen
Sowjet-Politik gegenüber Iran:
Nachdem die Versuche zum Export der Revolution in den Iran gescheitert waren - sowohl an natürlichen Gegebenheiten als an den Kosaken von Reza Pahlavi - unterstützte Sowjet- Russland die persischen Revolutionäre nur noch diplomatisch, moralisch und finanziell gegen den Widersacher England. Als Reza Pahlawi am 21.02.1921 einen Staatsstreich gegen den letzten Shah der Khadzharen-Dynastie unternahm, wurde Russland Gönner und Protektor des neuen iranischen Staates gegen die Engländer. Bald nach dem gelungenen Staatsstreich schloß Moskau 1921 einen Vertrag mit dem neuen Iran, in dem die schon einmal verkündeten Verzichte auf den Vertrag von St.Petersburg aus dem Jahr 1907 bekräftigt sowie der Erlaß aller persischen Schulden an Russland vereinbart wurden. Moskau verzichtete auf die Vorrechte russischer Bürger im Iran, auf alle von Russland während der Herrschaft über den Nordiran errichteten Bauten und Verkehrswege und öffnete das Kaspische Meer für persische Schiffe. Moskau versprach Waffenhilfe für Iran im Fall eines Überfalls einer Westmacht auf den Iran. Durch diese russische "Hilfe" fühlte sich die Pahlavi-Regierung stark genug, den anglo-persischen Vertrag von 1919 zu kündigen, durch den England umfangreiche Kontrolle über den Iran erreichen wollte.
Trans-Iranische Eisenahn
Erdöl im Nahen und Mittleren Osten
Sowjet-Russland erreichte zwar das Ziel, die orientalischen Länder gegen die westlichen Imperialmächte aufzustacheln, jedoch nicht das Ziel des Exports der sozialistischen Revolution. Reza Pahlavi war strikt gegen alle sozial-revolutionären Bestrebungen in seinem Land. Als Reza 1925 zum neuen Shah gewählt wurde, pflegte er zwar eine gewisse Freundschaft mit Russland, bekämpfte jedoch alle Revolutionsversuche energisch. Wie in der Türkei wurde der Kommunismus als staatsfeindlich erklärt und unterdrückt. Dies blieb so bis zum Sturz des Shah-Regimes 1979.
Iran zwischen Russland und England
Reza Shah Pahlavi und Kemal Atatürk

Der 2. Weltkrieg im Iran:
Im Jahr 1925 wurde Reza Pahlavi zum neuen Schah gewählt. Er verfolgte eine neue, weltlichere Politik nach Vorbild Atatürks in der Türkei. Er war jedoch auch deutschland-freundlich, ebenso wie der Nachbar. Reza Shah Pahlavi hoffte, mit deutscher Unterstützung den seit 1920 vorherrschenden britischen Einfluss im Iran zurückzudrängen. Dies wurde zum Problem, als er nach Macht-Übernahme Hitlers und nach Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion weiter pro-deutsch eingestellt blieb. Die allierten Mächte erkannten nach Abwägung vieler Beweggründe, daß Hilfslieferungen für die Rote Armee gegen die deutsche Wehrmacht am besten und sichersten durch den Persischen Golf und den Iran über den Kaukasus an die sowjetische Südfront geliefert werden konnten. Nach einem diplomtischen Tauziehen erfolgte 1941 eine vorher abgestimmte Besetzung des Iran durch Truppen der Sowjetunion im Nord-Iran und britische Truppen im Süd-Iran.
Wegen der pro-deutschen Parteinahme mußte Reza Shah Pahlavi 1941 abdanken und die Regierung seinem Sohn Mohammed Reza Pahlavi übergeben, bis dieser 1979 von der islamischen Revolution vertrieben wurde.
Ab 1942 übernahmen die USA eine immer zentralere Rolle bei der Koordinierung der Hilfslieferungenen durch den Iran. Die Hilfslieferung über den "Persischen Korridor" trugen sehr stark zum Zurückdrängen der deutschen Wehrmacht bei.
In der vom 28. November bis 1. Dezember 1943 stattfindenden Konferenz von Teheran zwischen Stalin, Churchill und Roosevelt wurden die verschiedenen Invasionspläne und Vorschläge für die Aufteilung Deutschlands nach dem Krieg besprochen

britisch-sowjetische Invasion 1941 im Iran
persischer Korridor 1941-1945
Persian Gulf Command:
Durch die USA wurde ein spezielles "Persian Gulf Command" gegründet, um die Koordinierung und Realisierung der amerikanischen Hilfslieferungen zu gewährleisten. Nach dem Sieg über Hitler-Deutschland und Ende des 2. Weltkrieges begann der Abzug der allierten Truppen aus dem Iran. Die USA verdrängten jedoch die früheren Mächte Russland und England von ihrem Einfluss auf den Iran.
Persian Gulf Command der USA
US-Flugzeuge als Hilfslieferung
Iran nach dem 2. Weltkrieg bis zur Islamischen Revolution:
1946 weigert sich Stalin zunächst, die sowjetischen Truppen aus Iranisch-Aserbaidschan abzuziehen. Nur die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen von Seiten der USA kann Stalin daran hindern, die iranische Provinz der Sowjetunion einzugliedern.
Von 1951-1953 wird Mohammed Mossadegh neuer Premierminister des Iran. Er verstaatlicht die Ölindustrie und zwingt die Briten, den Iran zu verlassen. 1953 muss sogar der Schah ins Ausland fliehen, kann jedoch mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA wieder in den Iran zurückkehren, nachdem Mossadegh gestürzt wurde.
1976 verkündet der Schah per Gesetz eine neue iranisch-persische Zeitrechnung, die mit Kyros I beginnen sollte. Volksunruhen unter der Führung von Geistlichen zwangen ihn jedoch, wieder zur islamischen Zeitrechnung zurückzukehren. Der Shah Mohammed Reza Pahlavi flieht am 16.01.1979 aus dem Iran. Damit endet die Dynastie der Pahlavi. Chomeini kehrt am 1. Februar in den Iran zurück. Nach einer Volksabstimmung im März wird am 1. April die Islamische Republik Iran ausgerufen.
Im Dezember wird die Verfassung der Islamischen Republik durch eine Volksabstimmung legitimiert. Die politischen Richtlinien gehen nun offiziell allein von geistlichen Führern aus. Sie verdammen alle Ungläubigen und Kommunisten. Die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion beschränkt sich auf das allernotwendigste, vor allem auch wegen der sowjetischen Präsenz in Afghanistan bis 1988.
Im Januar 1990 rufen schiitische Fundamentalisten in Lenkoran (Sowjetisch-Aserbaidschan) eine Islamische Republik aus und fordern den Anschluss an den Iran. Sowjetische Truppen schlagen die Unruhen jedoch nieder.
Im Atomstreit mit Iran verschärft der UN-Sicherheitsrat im Juni 2010 die Sanktionen. Es ist die 4. Sanktionsrunde seit 2006. Mit der neuen Runde wird unter anderem das Waffenembargo verschärft, der Handel und Geldgeschäfte mit Iran werden eingeschränkt. Die Sanktionen betreffen erstmals auch die iranischen Revolutionsgarden: Hierzu zählt unter anderem ein Reiseverbot für die Mitglieder der paramilitärischen Truppen. Der Westen wirft Iran den Bau von Atombomben vor.
russischer Flottenbesuch 2014
russ. Kriegsschiff erstmals im Iran
Annäherung Russland-Iran:
Durch den Druck der westlichen Staaten gegen den Iran sowie seit 2013/2014 gegen Russland verstärkten sich die Bemühungen beider Staaten um eine gegenseitige Annäherung und Zusammenarbeit. Ausdruck dessen war der erstmalige Freundschaft-Besuch eines russischen Kriegsschiffes in einem iranischen Hafen im Jahr 2014.
Der Iran und Russland bereiten sich auf ein Tauschgeschäft Erdöl gegen Lebensmittel in einem Volumen von 20 Milliarden US-Dollar vor. Die USA warnen Russland deshalb vor einer Verletzung der Sanktionen gegen den Iran. Ein Öl-Deal soll die Erhöhung des Handelsvolumens zwischen beiden Ländern um das Zehnfache vergrößern. Putin und Rouhani planen ein milliardenschweres Geschäft: Russland kauft Öl aus dem Iran, dafür erhalten die Iraner Maschinen, Bahnschienen und Lastkraftwagen.
Wegen der westlichen Sanktionen sind die iranischen Ölexporte um über die Hälfte auf eine Million Fässer am Tag geschrumpft. Das Abkommen mit Russland würde sie auf einen Schlag um 50 Prozent erhöhen.
Doch aufgrund der Sanktionen gegen russische Ölkonzerne schert sich Moskau wenig um das Embargo gegen den Iran. Russland sieht das geplante Abkommen „Erdöl gegen Lebensmittel“ als legitim an. Wegen des Embargos der USA und EU gegen Russland seit 2014 laufen für 2015 Verhandlungen zur Lieferung nicht nur von Öl, sondern wechselseitig auch von iranischen Lebensmitteln an Russland.
Apfelernte im Iran
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